Das Nichts macht Kopien von sich selbst
Über die Digitalisierung der Musikbranche
ANGELA AUX | Konzert und Austausch
Die Digitalisierung hat die Musikbranche nicht nur verändert – sie hat sie revolutioniert. Von der Art und Weise, wie Musik komponiert wird, bis hin zur Frage, wer am Ende die Lizenzrechte halt, stehen wir vor einem radikalen Umbruch: Die Wege zum Publikum sind so kurz wie nie zuvor, doch der Wettbewerb ist global und gnadenlos. Während Plattformen den Zugang zu Millionen von Songs ermöglichen, stellt die digitale Verwertung Künstler*innen vor neue finanzielle Herausforderungen.
Der Künstler Angela Aux (Florian Kreier) beschäftigt sich mit den Fragen der digitalen Transformation in der Kultur, insbesondere im Bereich Musik. Sein neues Album ,,Das Nichts macht Kopien von sich Selbst“ macht dieses Spannungsfeld zum Thema. Am 27.11. lädt die EwB zum Konzert mit Angela Aux im De Gudde Wëllen ein, wo die Band ihr neues Album präsentiert – und öffnet danach den Konzertraum für einen Austausch mit den Gästen über die Technologien, die unseren Alltag verändern. Zu viele Grundsatzfragen bleiben im Alltag nur spärlich beantwortet oder kaum beachtet:
Welche sind die gangigen KI Tools, die das Musikmachen mittlerweile standig zu begleiten scheinen? Was heißt das für das Schaffen von Kunst? Für Inspiration und Kreation?
Auch die Weltbilder des Trans- und Posthumanismus sind mittlerweile im Gespräch, und verbergen mehr oder weniger deutlich befremdliche Ideologien, die (u.a.) den Menschen als Mangelwesen überwunden sehen möchten.
Ist Kunst, Musik, nicht schon immer ein Bereich gewesen, ein Zwischenreich zwischen Theorie und Praxis, in dem sich die Welt und mit ihr das aktuelle Geschehen uns neu erschließen kann? Die Gesprächsrunde ist vielfaltig aufgestellt: Stimmen aus Kunst und Kultur, aus Marketing und dem KI-Business wie aus Philosophie und Kritischer Theorie kommen zusammen und diskutieren über die oben genannten Themen. Wie es für die EwB typisch ist, ist es keine Diskussion ,,von uns für euch“, sondern ein gemeinsamer Austausch mit dem Publikum.
Der Abend richtet sich an Kunst- und Kulturinteressierte, Musikliebende, IT-Interessierte, sowie Menschen, die sich (wie wir alle) mit den neuen Fragen der so übergreifenden Digitalisierung beschäftigen müssen, um ihre Urteile selbst fallen zu können. Es bedarf einer kritischen Auseinandersetzung mit technologischen Strömungen und gehypten Erzählungen.

Angela Aux ist ein Phantom des deutschen Pop-Kosmos, aber keines, das sich besonders gut versteckt. Seine Songs laufen europaweit in Radios, er wird millionenfach gestreamt, man hört seine Musik in Kinofilmen. Und doch bleibt er auf geheimnisvolle Art im Nebel. Wie ein Chamäleon, das so tief in seiner Inszenierung versinkt, dass es darin zu verschwinden scheint. Vielleicht weil seine theatrale Verschmelzung aus Indie-Konzert, Philosophie-Crashkurs und Dada-Comedy nicht in einem Satz zu beschreiben ist: Im einen Moment lauscht man einem melancholischen Song über die psychologischen Tücken des Alltags. Im nächsten Augenblick rauscht eine Welle Gelächter durchs Publikum, wenn er die Sehnsucht nach Abwechslung so absurd in Beziehung zu außerirdischem Leben setzt, dass man erst staunend, dann kopfschüttelnd die eigene Vergänglichkeit eine Weile entspannt akzeptieren kann… Mehr erfahren
Am anschließenden Gespräch nehmen teil:
- Florian Kreier (Angela Aux)
- Georges Goerens (Kulturfabrik & Bartleby Delicate)
- Misch Strotz (LetzAI & Neon Internet)
- Nora Schleich (Philosophin & Leiterin der EwB)
Teil des Projektes „Digitale Dialektik. Soziophilosophische Diskussionen über unsere vernetzte Lebenswelt“, unterstützt durch die Œuvre.

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